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Letzte Aktualisierung: 30.03.2017

Black Magic Micro Cinema Camera

27.12.2016 - 17:13

Update 02.04.2016: So. Die Kamera ist ein Mensch. Im Juli 2015 sollte sie ausgeliefert werden. Im April 2016 kommen die ersten tatsächlich in den Handel. 9 Monate hat die Schwangerschaft also gedauert. Und auf der Strecke geblieben ist der Global Shutter. Nunja. Andrew Reid hat ja letzte Woche schon ein Unboxing gemacht, sprach aber noch von einer Beta Kamera. Und er kritisierte viel an der Kamera. Meiner Meinung nach waren das hauptsächlich die Punkte, die ihren eigentlich Zweck ausmachen, nämlich alles was sie Copter-fähig macht. Nun hab ich meine gerade ausgepackt, geladen und einen ProResHQ Clip aufgenommen. Und ich finds gut!

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Besonders schön war beim Auspacken die Kabelpeitsche. Damit hätte ich nicht gerechnet, aber das ist eine schöne Sache um verschiedene Konfigurationen zu testen bevor man selbst Kabel lötet. Und unverzichtbar ist sie auch. Nur damit lässt sich der mitgelieferte Akku laden. Beim Video Assist Monitor waren ja mal gar keine Akkus dabei. Frech eigentlich. Ob sich der bei der MCC mitgelieferte Akku im Canon Ladegerät laden lässt? Ich probiers gar nicht erst. Andere Drittanbieter Akkus ließen sich bisher nicht darin laden. Daher hab ich noch ein Drittanbieter Akkulader. In dem müsste auch der MCC Akku zu laden sein (oder eben direkt an der MCC).
Zur ersten Einstellung hab ich die Kamera an den Fernseher angeschlossen. Da kann ich ohne Brille besser gucken als auf dem Video Assist. So. Vorbestellte SD Karte SanDisk Extreme (90/MB) formatiert, ProResHQ eingestellt, mit den Zebras und dem Peak rumgespielt. Nett. Dann das Olympus 9-18mm Objektiv auf die 9mm gestellt. Ordentlicher Weitwinkel auch an dem Super 16 Sensor ohne auffällige Verzerrungen (das konnte ich ja schon auf der mittlerweile seit über 6 Monaten verkauften Pocket Cinema Camera sehen). Beim Fokusring (des Objektivs) war ich doch etwas enttäuscht. Die unendlich Einstellung hat keinen Anschlag. Das ist natürlich bei einer Kamera, bei der man das Bild nicht kontrollieren kann, doof. In Endstellung des Fokusringes war aber leider alles unscharf. Auflagemaß nicht eingehalten? Egal. Kurz vor Endstellung findet sich eine Fokusstellung, bei der so nach Sicht (ohne Brille :-) von ca. 70 cm bis unendlich alles doch scharf abgebildet erscheint. Das sollte doch am Copter gehen. Ein 7 oder 9mm Pancake wär schon besser, aber das gibts nicht. Das Olympus ist sehr ausladend (es schiebt sich in 9mm Einstellung noch deutlich nach vorn raus) aber leicht. Nach Preis/Leistung/Gewicht scheint es mir derzeit das beste Copter Objektiv zu sein. An der MCC dann den Belichtungsmode auf IRIS gestellt. Schön, dieses Objektiv wird von der MCC gesteuert. So richtig schön ist das noch nicht. Die Belichtung springt manchmal und die Steuerung reagiert nicht sehr schnell. Gut. Dann den Mode auf Manuell Trigger gestellt. Jetzt lässt sich die Blende mit den beiden Pfeiltasten der MCC auf und zumachen. Das wird wohl mein Mode.
Dann bin ich einmal die Treppen hoch und runter und durch den Garten bei Sonnenschein mit schönen Kontrasten und habe zwei Minuten aufgenommen. Das nächste Schöne war dann, dass Premiere CS6 die ProRes HQ Datei lesen konnte. Aufgenommen hatte ich im Film Modus für Dynamic Range. Das Ergebnis ist überzeugend. Es lohnt jetzt nicht davon was hochzuladen (Es gibt mittlerweile schon einiges an Unboxing und Demo Videos von der MCC bei youtube). Es ist generell das, was man von einer Pocket oder Micro eben erwarten kann. Für mich war nochmal wichtig drauf zu achten, was das Weitwinkel macht. Es verhält sich alles GoPro ähnlich, aber eben unverzerrt und mit dem schönen Dynamic Range der Cinema Cameras. Ich glaube, ich und die Micro werden Freunde :-)

Noch einmal kurz ein Größenvergleich:

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Also sie ist schon deutlich größer und im Endeffekt auch schwerer als eine GoPro. Andererseits ist sie aber auch deutlich kleiner und leichter als eine DSLR. Das ist schon sehr ideal für einen Copter. Noch zu testen, aber ich hoffe Gimbals der NX7 Klasse werden sie stabil halten. Ja klar, idealer würde auch gehen. Wenn sie z.B. Dual Pixel Autofokus hätte. Aber ich will mal nicht durchdrehen jetzt. Etwas schade ist der oben schon erwähnte Verzicht auf den Global Shutter. Der hätte zwar wohl Dynamic Range gekostet, aber er hätte den Rolling Shutter vermieden. Gerade am Copter können wir aber schnelle Bewegungen der Kamera haben. Damit wären diese Aufnahmen dann schon sehr anfällig für Rolling Shutter. In Foren wurde schon diskutiert ob das Global Shutter Feature mit einer Firmware nachgerüstet wird bzw. werden kann. Ein eigentlich Mitschreiber winkte nur lapidar ab und sagte es wäre eine Hardware Modifikation erforderlich. Ich glaube das ehrlich gesagt nicht. Die Kamera ist von Beginn an als Global Shutter Kamera designt worden. Und ein Umschalten von Global auf Rolling Shutter sollte ja zu den Features gehören. Meiner Meinung nach sind die erforderlichen Hardware Voraussetzungen bereits eingebaut. Im Zweifel wäre es also möglich einen Global Shutter als Firmware nachzuliefern. Man wird sehen. Und wenn es keinen gibt ... werden wir irgendwann in einem Jahr oder so sehen, wie störend der Rolling Shutter wirklich ist. So lange wird es nämlich mindestens dauern bis ich den Copter zur Kamera gebaut habe :-)

Ach was mir auch noch aufgefallen ist, und was ein kleiner Show-Stopper sein könnte: Also über HDMI am Samsung Fernseher hatte ich eine erhebliche Latenz. Bei der GoPro und der WiFi Übetragung an ein Smartphone kann ich das verstehen. Bei einem HDMI Kabel nicht. Ich könnte mich jetzt auch irren, aber ich hatte gestern die 5D2 am Video Assist und bin der Meinung da war keinerlei Verzögerung drauf. Ich muss mal meine Akkus sortieren und dann die Micro an dem Video Assist benutzen ... aber im Moment sieht es mir nach zu großer Verzögerung aus, um den Video Assist sinnvoll als Monitor benutzen zu können. Hm. Nee. Lässt mir keine Ruhe. Gleich testen. ... Aha: Am Video Assist ist es nahezu verzögerungsfrei. Ich würde sagen brauchbar. Dann lag der Lag wohl am Fernseher. Okay. Alles in Ordnung an der Stelle.

Und ein letzter Hinweis. Bereits beim Auspacken des Video Assist war mir aufgefallen, dass auf der Verpackung stand Requirements Windows 8.1 or Windows 10. Kein Windows 7 stand da. Mit der Kamera (wo das auch so drauf steht) hab ich nun aber die Support Software und Resolve 12 installiert unter Windows 7 Pro 64. Was soll ich sagen, es hat geklappt. Scheint gut zu funktionieren. Momentan bin ich nicht sehr heiss auf Resolve. Eigentlich kann ich fast alles was es kann auch mit Red Giant PlugIns in CS6. Aber ich hab ja jetzt nur einen Codec ausprobiert, der mit immerhin 10bit Farbtiefe aufzeichnet. Kann schon sein, dass CS6 nicht alle Codecs kann. Also schon die Cinema DNG von der Pocket hat es ja nicht gefressen. Dann könnte Resolve noch sowas wie ein wichtiges Importtool werden.

Update18.04.2015: Eigentlich hieß der Beitrag Blackmagic Pocket Cinema Camera. Die Kamera wird jetzt aber ersetzt (ich verkaufe die BMPCC) durch eine Blackmagic Micro Cinema Camera. Die wurde um den 13.04.2015 auf der NAB gerade vorgestellt. Jetzt weiß man ja, wie lange das bei BM dauert bis nach Vorstellung auch die ersten geliefert werden. Dennoch ist die Pocket damit für mich gestorben. Wegen der blöden Gewichtsbalance hatte ich im Juli 2014 mal an Blackmagic geschrieben und denen vorgeschlagen, mit der Technik der Pocket eine symetrisch aufgebaute kleine leichte Kamera für den Einsatz an Multicoptern/Gimbals auf den Markt zu bringen. Tja, und nun haben sie sie vorgestellt :-) Und ich finde sie hammerhart. Die Basistechnik der Pocket ist drin. Es fehlt das Display. Macht nichts, wenn sie am Copter hängt. Viel besser ist der Anschluss mit dem VGA Stecker, der alle möglichen Signale raus und reinführt. Es kommt sogar ein FBAS kompatibles Signal raus, welches man direkt in einen Videosender füttern kann. Ausserdem lässt sich die Kamera steuern. Damit entfallen für mich zwei Zusatzplatinen im Videoteil des Copteraufbaus und insgesamt vereinfacht sich das Design enorm. Manch einer bemängelt, dass 4K fehlt. Angesichts einer verfügbaren GoPro4 ist das tatsächlich ein wenig auffällig. Der eine oder andere HD-Filmer hätte die 4K auch gern als Reserve für Stabilisierung oder Reframing. Aber man kann nicht alles haben. Und die Micro ist so gesehen auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung.Beim Objektiv habe ich mich vorläufig auch entschieden. Ein Olympus 9-18mm MFT Objektiv ist auf dem Weg zu mir. Zuletzt war eigentlich das 7-14 Panasonic favorisiert. Ich habe damit ein paar Demo Aufnahmen gesehen und die waren am 7 mm Ende ziemlich verzerrungsfrei. Auf KB umgerechnet wären das an der BMMCC etwa 19mm. Das Olympus hat mit seinen 9 mm jetzt gewonnen weil es günstiger ist und vor allem bringt es rund 150 gr. Gewichtsersparnis mit. Ausserdem ist die Frontlinse des Panasonic groß und schwer zu schützen. Das Olympus hat einfach einen normalen 52mm Filteranschluss. Dafür ist es insgesamt eben länger. Es entspricht etwa 25 mm an KB und sollte so seinen Zweck erfüllen. Demobilder sollte es demnächst mal geben.

Ursprungsbeitrag zur Pocket Cinema Camera Juli 2014: Bei mir lauert auch eine Pocket Cinema Camera von Black Magic auf ihren Einsatz. Wenn Ich die Wahl habe mit der 5D2 oder der Pocket zu filmen, würde ich mich eigentlich immer für die 5D2 entscheiden. Für einen speziellen Einsatzzweck habe ich aber lange nachgedacht un am Ende für mich zunächst die Pocket favorisiert. Und zwar geht es mir darum vielleicht noch einmal eine andere Kamera mit einem Multicopter in die Luft zu bringen als die GoPro. Bei Copter Einsätzen zählt jedes Gramm und ein wenig auch die Größe. Bei der Nutzung von Gimbals (Bild-Stabilisierern) mit Brushless Motoren ist eine zuverlässige Balance entscheidend. Die Frage war für mich, welche kleine und kompakte Kamera kommt zum Filmen aus der Luft in Frage und verbessert die Bildqualität im Vergleich zu einer GoPro entscheidend, so dass sich der entsprechende Mehraufwand auch lohnt.

camera/bmpcc-8027.jpg

Für mich lag die Antwort in der BMPCC. Zumindest ist dies ein Trend, dem ich in Zukunft nachgehe. Unklarheiten gibt es noch beim Thema Objektiv und Anschluss. Es ist für viele Copter Aufnahmen zwingend ein Weitwinkel Objektiv zu verwenden. Jedenfalls immer dann, wenn es nicht nur um Übersichten sondern um Dynamik geht. Mit langen Brennweiten gehen die Dynamiken der Copterbewegungen verloren. Erst ab weitwinkligen Brennweiten kommen Sie gut und besser zur Geltung. Nun hat die BMPCC aber eine Crop Faktor von 2,88. Sie hat zwar einen MFT-Mount, aber eben nicht dessen Sensorgröße, sondern einen vergleichsweise kleineren 16mm(Film) Sensor. Derzeit verwende ich ein 14mm Panasonic Objektiv. Das ist aber noch nicht weitwinklig genug. Dann habe ich einen Weitwinkelkonverter von Panasonic noch dazugenommen. Damit wird das Bild zwar weitwinkliger aber auch verzerrter. Bei derartigen Verzerrungen kann ich auch billiger und einfacher mit der GoPro filmen. Derzeit (März 2015) sehe ich als Option noch das 12mm Zuiko Objektiv von Olympus und das Lumix 7-14mm von Panasonic. Das war es dann aber auch. Nicht in Frage kommen z.B. das Kowa 6mm C-Mount, oder die 10 und 12mm SLR Magics. Die Bauformen lassen sich nur schwer im Brushless Gimbal verbauen. Über Speedbooster habe ich noch nicht nachgedacht. Insgesamt sollen ja auch die Kosten moderat bleiben :-)

Für die Anschlüße ist für mich noch ein HDMI->AV Konverter schwierig, den es in der Luft zu betreiben gilt und der über eine klassische FPV Analogfunkstrecke ein Bild der Aufnahmekamera zur Erde sendet.

Ich werde das Thema jedenfalls weiterverfolgen.


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