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Letzte Aktualisierung: 30.03.2017

Keine Kamera aber ein Stativ - DJI Phantom 2

27.12.2016 - 17:18

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Zu Coptern gibt es bei mir natürlich eine Vorgeschichte. Zuzeit sind sie ein Hype und weit verbreitet. Aber bereits 2010 hatte mich das Thema interessiert. Es lief auf einen Eigenbaucopter mit MikroCopter Steuerung hinaus. Aber jedesmal, wenn ich mich mit dem Thema beschäftigt habe, merkte ich, dass ich ein neues Hobby bekam, welches das Hobby Filmen verdrängte. Das wollte ich nicht. Aber die Möglichkeiten der Copter-Filmaufnahmen haben mich immer begleitet und z.B. auch mit Arduinos und ihren leicht zu nutzenden Fähigkeiten der Sensorauswertung und Steuerung kratzte ich immer wieder am Thema herum. Und dann kamen die DJI Copter. Und das Brushless Gimbal für die GoPro. Und eine GoPro lag bei mir schon rum. Und so hab ich mir dann 2014 einen Phantom 2 gekauft, mit dem ich GoPro-Filmen aus der Luft kann. Dann habe ich eine erforderliche Haftpflicht dafür bei DMO abgeschlossen und die ersten Tests gemacht. Es ist wirklich ein RTF (Ready to fly) Modell. Auspacken, laden, fliegen. An die Bedienungsanleitung sollte man sich aber halten. Es gibt leider auch Berichte von Schwerverletzten beim Erstflug, die unbedingt mit Händen und Gesicht die Rotoren prüfen mussten. Bei mir stand er nur wie angenagelt in der Luft und war im Vergleich zu einem Gyro-Stubenhelikopter (empfehlenswert für erste Übungen) extrem leicht zu steuern/fliegen. Das Gimbal lässt sich von der Fernbedienung hoch und runterschwenken. Sehr willkommen das ganze.

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phantom2/blindcat-p2-2451.jpgLeider reicht das nicht so wie gewünscht. Es wäre schon schön zu sehen, was man da filmt wenn er in der Luft ist. Dazu muss eine Videosendestrecke betrieben werden. Mit einem OSD bekommt man dann im Bild auch weitere Flugdaten eingeblendet, wie Höhe, Geschwindigkeit, Richtung und Akkustand. Nicht schlecht.
Auch ein anderes Gespenst schlich durch die Foren, der sogenannte FlyAway. Aus nicht nachvollziehbaren Gründen lässt sich der Copter nicht mehr steuern, neigt sich zur Seite und gibt Vollgas. Der Akku reicht bei meinen Lasten 15min. Bei Vollgas kann der Phantom 2 etwa 60-70 kmh schnell werden. Jetzt kann man sich überlegen wie weit der weg kommt. Wenn ihm kein Hindernis im Weg steht. Doof. Mit allem PiPaPo fliegen einem da mal locker 1.000,- bis 1.500,- Euro weg. Um ihn nach so etwas wenigstens wiederfinden und bergen zu können habe ich einen GPS Tracker mit GSM Modem noch dazu genommen. Insgesamt sind also ein Videosender, das OSD und der Tracker zusätzlich zu verbauen gewesen. Als Sender kommt ein ImmersionRC 25mW (höchste legale Sendeleistung in DE ohne Lizenz) zum Einsatz. Das OSD ist das miniOSD von DJI und der Tracker ist der Simvally GT 170 von Pearl (die Zusatzfunktionen des 280 sind eigentlich nutzlos, und die eigentlich wichtigen Funktionen sind bei 170 und 280 identisch). Das ganze hab ich in einem 3D gedruckten Gehäuse untergebracht und mit einer GoPro Halterung am Copter befestigt. Auf Empfängerseite ist ein Blackpearl 7" Bildschirm mit eingebautem LiPo und Empfänger dazu gekommen, den ich ebenfalls mit einem GoPro Halter an der Fernbedienung befestigt habe.phantom2/blindcat-p2-2456.jpg

Bisher läuft der 2-Achsengimbal nur mit meiner GoPro 3. Zum Betrieb meiner GoPro 4 müsste ich wohl ein Adapterkabel in den Gimbal einbauen. Ich prüfe noch, ob ich das mache. Mit der GoPro 3 hab ich jedenfalls bei Testflügen wirklich schönes Film-Material einfangen können. Die Ergebnisse eines Fotofluges fand ich nicht so toll. Ansonsten ist dieses fliegende Stativ eine wirklich tolle Sache, die jetzt auf einen konkreten Einsatzzweck beim szenischen Dreh noch wartet.

Das ganze hat mich auf den Geschmack gebracht. Der Phantom ist jetzt jederzeit einsatzfähig (so denn die 5 erforderlichen Akkus geladen sind). Ein bißchen mehr, oder was anderes hätte ich aber gern noch. Kamerseitig würde ich gern das Fisheye der GoPro loswerden und in RAW filmen (mit der Blackmagic Micro Cinema Camera vmtl. bald möglich). Copterseitig würde ich gern noch Follow und Target Tracking Modes und andere Point of Interest Funktionen haben. Generell geht es auch dahin, eine Single Operator Lösung zu haben. Momentan filmt es sich in der Praxis am besten, wenn man einen Piloten und einen Remote Kameramann hat. Ein Plan liegt in der Schublade und wenn er umgesetzt wird, berichte ich hier :-) Ich bin ja selbst gespannt :-)

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